Freitag, 2. Mai 2014

Einladung zum Konzert


Benefizkonzert für Stolpersteine in Dresden,


präsentiert und gefördert durch den Stolpersteine für Dresden e.V., die Scheune Dresden, SAX - Das www.douze.de und das Restaurant Falscher Hase

Mit The Naked Hands, enVivo, Hallam London & Band, Claus Dethleff & Markus Zimmermann + ein special guest.

Mit den Einnahmen des Benefizkonzerts soll im September 2014 die Verlegung von 16 Stolpersteinen für Opfer des Nationalsozialismus ermöglicht werden, und zwar für Joseph Fränkel und seine Frau Ida, weitere 11 Mitglieder der Familie Steinhart (von denen drei überlebten) und weitere drei Angehörige der Familie Langer aus Dresden-Laubegast. Weitere Informationen findet Ihr dazu unter http://benefiz.headlog.de/html/bio.html#

Eintritt: VVK 10 Euro, AK 14 Euro, erm. 12 Euro

Ihr seid herzlich willkommen!
Weitere Informationen unter
http://benefiz.headlog.de/
www.stolpersteine-dresden.de
www.scheune.org 

Dresdner Stadtmagazin,

Sonntag, 12. Januar 2014

Rosa, Esther und Marie - Wie Frauen stören, wenn sie laut denken ...

Auslöser einer Debatte 1973
im Deutschen Bundestag:
Diese "schreckliche" Briefmarke.


E.Vilar:
"Initiativen degenerieren voraussichtlich in dem Tempo, wie sie sich durch Zustrom von Anhängern zum Aufstiegsinstrument für Karrieristen profilieren." 

Anlässlich der heutigen Liebknecht-Luxemburg-Feier in Berlin erinnern wir mit einen Text von Esther Vilar an die Mechanismen, die das gewaltsame Ende der beiden aufrechten Kämpfer für eine gerechtere Zukunft geradezu zwangsläufig herbeiführen mussten:




Marie Freifrau Ebner
von Eschenbach (um 1845)

Samstag, 16. November 2013

Edle Suiten für Asylanten?

"Also wie in Hotelzimmern wirds in den Wohnungen ja nun nicht aussehen - die gebrauchten Betten, Matratzen, Tische und Stühle von vielen Dresdner Hotels helfen aber, innerhalb der nächsten Wochen derzeit leerstehende Wohnungen so auszustatten, dass die bis zum Jahresende nach Dresden kommenden Asylbewerber eine menschenwürdige Unterkunft bekommen. Damit müssen keine Notquartiere wie Schulen, Turnhallen etc. genutzt werden. Mein Dank gilt den vielen Dresdner Hotelbetreibern, die sich bisher gemeldet haben so wie der Gagfah, die unkompliziert die Wohnungen schnell zur Verfügung stellt!"

Sozialbürgermeister Martin Seidel (auf fb)

Donnerstag, 16. Mai 2013

„Die Ratten“ im Staatsschauspiel

Überzeugende Gerhart-Hauptmann-Premiere vom 10. Mai 2013

Bericht
von © Reinhard Heinrich

Stück und Zeit

Für eine Komödie ist es tragisch genug - und für eine Tragödie recht komisch. So wird es Gerhart Hauptmann auch gemeint haben, als er 1911 seine „Berliner Tragikomödie“ dem leicht irritierten Theaterpublikum vorstellte. Hauptmanns „zwei Welten“ wurden damals vom Zuschauer kaum wahrgenommen, so lange er sich voll seiner eigenen zugehörig fühlen konnte. Dass ein Mensch „aus besseren Kreisen“ jedenfalls für weniger gut galt, als einer aus „guter Gesellschaft“, war noch kein Grund zum Nachdenken. In den Köpfen der Leute war das Kaiserreich praktisch für „ewig“ konzipiert. Gerhart Hauptmann zeigt mit seinem Stück, wo es vor 1911 schon sichtbar bröckelte.
In dieser Aufführung wird allerdings niemandem etwas geschenkt. Nicht dem Zuschauer, nicht den Darstellern und erst recht nicht Gerhart Hauptmann. „Viel geehrt und ausgiebig“ (s. „Die Teppichweber von Kujan Bulak“, B. Brecht 1927) wurde G. Hauptmann im Kaiserreich, in den Republiken und auch eine 1941 erschienene „Geschichte der Deutschen Literatur würdigt sein Werk (10 Stellen im Register).
Was der Autor uns zu geben hat, das gibt er: eine Abbildung von den Verhältnissen vor den „herrlichen Zeiten“, denen Wilhelm Zwo sein Volk „entgegen führen“ zu wollen erklärt hatte (s. „Realienbuch“ v. 1912). Ob nun unter Wilhelms Regiment, ob unter Kohls „keinem wird es schlechter gehen“-Kabinett oder Merkels „bester Regierung seit 1990“ - so viel hat sich anscheinend nicht geändert. Mittels aktueller Kinderleichen „mit sozialem Hintergrund“ bringen uns diverse Illustrierte auch heute zum wohligen Schaudern mit einem Schuss (selbst-)gerechter Empörung. Und genau wie bisweilen William Shakespeare wusste auch Gerhart Hauptmann hier keine andere Auflösung für den letzten Akt, als ein „geschmackvolles Blutbad“ (Mark Twain). Und wir wissen es - unveränderliche Verhältnisse vorausgesetzt - auch nicht besser.

Das Stück auf der Bühne
Thomas Eisen, Rosa Enskat, Albrecht Goette,
Annika Schilling, Jan Maak, Sascha Göpel,
Jonas Friedrich Leonhardi
Foto: Matthias Horn

Das rund hundert Jahre alte Drama einmal wieder auf die Bühne zu bringen, damit wir vielleicht noch mal darüber nachdenken, ist das Verdienst des Dresdener Staatsschauspiels. Nun wird die Entscheidung für Hauptmanns Tragikomödie nicht so furchtbar schwierig gewesen sein. Schliesslich sichert der Autor in Dresden nicht zum ersten Mal volle Säle - sowie gelegentlich auch den zuverlässigen Argwohn selbsternannter Deutungshoheiten in Presse, Funk und Fernsehen - so, wie er hier gern aufgeführt wird.
Die Berliner Mietskaserne, in der das Drama sich abspielt, ist im Bühnenbild (Aurel Lenfert) im Wesentlichen auf einen der „breiten Corridore“ (s. Hauptmanns Entwurf von 1909) beschränkt. Und diese „Beschränkung“ dehnt den „Corridor“ geradzu gespenstisch auf die volle Bühnenbreite und seine Tiefe wird als Projektion nahezu unendlich gezeigt. Eine Wohn-Hölle, von der Heinrich Zille treffend sagte, dass man allein mit ihr schon einen Menschen erschlagen  kann, wie mit einer Axt.

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