Donnerstag, 7. März 2013

Einen fröhlichen Frauentag!

„Die Blumen von Yorkshire sind wie die Frauen von Yorkshire. Jeder Schritt ihres Werdens hat etwas Bezauberndes. Aber in der letzten Phase erstrahlen sie am allerherrlichsten.“



Ganz im Zeichen des oben stehenden Zitats aus der Komödie „Kalender Girls“ begeht die Comödie Dresden am Freitag, den 08. März den Internationalen Frauentag, der vor über 100 Jahren von der Deutschen Sozialistin und Frauenrechtlerin Clara Zetkin ins Leben gerufen wurde, um für das Wahlrecht der Frauen zu kämpfen. Seither gehört der Tag allen Frauen weltweit. 
  
In der Comödie gehört dieser Abend den „Kalender Girls“. Gleich 6 Mal geballte Frauenpower erwartet die Besucher unserer Premiere: Defa-Star Renate Blume ("Der geteilte Himmel"), Marienhof-Darstellerin Viktoria Brams, "Für alle Fälle Stefanie"-OberschwesterWalfriede Schmitt, die "In aller Freundschaft"-Serienstars Uta Schorn und Ursula Karusseit sowie Sängerin und SchauspielerinAngelika Mann stehen in der britischen Komödie nach dem gleichnamigen Kinohit von 2003 gemeinsam auf der Bühne bei der ausverkauften Premiere. Doch die Comödie widmet den Damen im besten Alter (gemeinsam sind sie 408) und allen Vertretern des schönen Geschlechts einen ganzen Monat und so wird, startend mit dem Internationalen Frauentag, aus dem März 2013, in dem  „Kalender Girls“ täglich (außer Montags) auf dem Spielplan steht, ein FrauenMONAT.
  
Das Stück erzählt die Geschichte von sechs starken Frauen, die für einen guten Zweck aus ihrem biederen Vorstadtleben ausbrechen und allesamt nackt für einen Kunstkalender posieren. Es ist eine Geschichte von Verlust und Freundschaft, von Mut zur Veränderung und der Würdigung erotischer Schönheit im Alter. Eben eine Geschichte ganz im Zeichen der Weiblichkeit.  
  
Nicht nur auf der Bühne, sondern auch auf der anschließenden Premierenfeier stoßen wir auf die Ladies an und freuen uns auf die passenden musikalischen Gäste: Die beste weibliche A-cappella-Band Europas, die „medlz“ aus Dresden. 

Freitag, 1. Februar 2013

Dresden wird wohl als einzige deutsche Großstadt den Rechtsanspruch auf Kita bedarfsgerecht(!) erfüllen ...


Sozialbürgermeister Martin Seidel gestern auf facebook:

Zitat:
Dass selbst Bauverzögerungen von 2 bis 4 Wochen (!) bei Kitas der "SZ" heute einen Kommentar wert sind, ist schon erstaunlich. Mal davon abgesehen, dass nur sehr wenige Eltern tatsächlich davon betroffen sind, da es sich vielfach um Einrichtungen handelt, in die auf Grund der Fertigungstermine noch gar keine Platzvermittlung hin erfolgt ist bzw. diese erst 2014 eröffnet werden sollen, haben längere Bauverzögerungen, die es in der Vergangenheit schon aus unterschiedlichsten Gründen und auch deutlich länger gab, bisher nicht so sehr interessiert. Man hat den Eindruck, dass langsam das Maß und der Blick für das realistisch mögliche und machbare verschwimmt. Dass wir in Dresden wohl als einzige deutsche Großstadt den Rechtsanspruch am 1.8. bedarfsgerecht (!) mit dann vorhandenen Plätzen untersetzen können, weil wir uns in den letzten Jahren alle zusammen (Verwaltung, Stadtrat, Eltern etc.) dafür den A..... aufgerissen haben, scheint wurscht zu sein. Dass es Bauverzögerungen um 14 Tage gibt, scheinbar um so schlimmer...
Dass hier sich tatsächlich langfristig "alle zusammen (Verwaltung, Stadtrat, Eltern etc.) dafür den A..... aufgerissen haben", zeigt unter anderem dieser Blätt'l-Bericht von Pet Fischer aus dem Jahr 2010.

Sonntag, 16. September 2012

Stern Nr.1 des heiteren Dresdens

Comödie ehrte Herbert Köfer

von Reinhard Heinrich
Exclusiv für Blätt'-Leser: Herbert Köfer
(Foto: Programmheft Comödie)
Nun steht es fest: Herbert Köfer ist die Nummer Eins - verewigt seit vorigem Donnerstag an einer besonderen Wand von einem ebenfalls erstrangigen Grafiker. Nach 71 Jahren im Rampenlicht strahlt der Schauspieler nun auch als unvergänglicher Stern am Comödien-Himmel in Dresden.
"Lippi" gratuliert
Künftige Foyergespräche in den Pausen haben wieder einen neuen Aufhänger - und die halb-ironische Parallele zum Hollywood-"Walk of Fame" gibt der Sache eine besondere Würze.

"Die Wand des Lächelns"

Herbert Köfer mit Kay Leonhardt
Wer in der Comödie an der Cassa ein Theater-Billet für den I. Rang erworben hat, passiert sie zwangsläufig - die Wand des Lächelns. So kann man "WALL OF SMILE" getrost übersetzen. Und diese Wand ist Teil einer umfassenderen heiteren Ausgestaltung des gesamten Foyers durch "Leo" Kay Leonhardt, einen Meissner Designer, der künstlerische Spuren sowohl auf Porzellan als auch in Vorlesungen vor Studenten in Japan hiterlassen hat. Und nun hat er hier eine Spur gelegt, der noch viele Bühnenstars folgen mögen. Mindestens dreizehn Sterne sind jetzt noch zu vergeben - vielleicht wird sogar einmal die Wand erweitert. Wir dürfen gespannt sein.

"Paul auf hoher See"

Eröffnungsbeifall für Köfers Fussbad
in der "Adria"
So heisst das Stück, nach dessen Schlussapplaus das Licht noch einmal anging, um Herbert Köfer zu ehren und das Intendant Christian Kühn dem Star des Abends mit eigener und offensichtlich leichter Hand "auf den Leib" geschrieben hat. Angesiedelt im "Rentner-haben-niemals-Zeit"-Universum und noch immer eng verbunden mit der "Kleingartensparte Uhlenhorst", schlägt sich Held Paul mit einer privaten Seebestattung herum und gerät in Verwicklungen, deren Turbulenz er wohl als einziger nicht so recht wahr nimmt. Denn in aller Rentner(un)ruhe strebt er lediglich seinem Ziel zu, während die Daheimgebliebenen (u.a. köstlich Ingeborg Krabbe, Dorit Gäbler, Ursula Karusseit - in Videoprojektion) auf der Suche nach ihm buchstäblich über Leichen gehen, zumindest aber über Scheintote. Folglich kündigt sich am Schluss noch eine weitere Bestattung der gleichen Art an.
Miriam Köfer

Neben Herbert Köfers souveränem Spiel fiel noch Mirjam Köfer in gleich drei Rollen überzeugend auf - durch gnadenlos komische Darstellung von Personen, die im wahren (Berufs-)Leben typischerweise besonders ernst genommen werden wollen. Köstlich, wie sie das durchzieht! Wer Karsten Speck in der Rolle des sachkundigen doch gelegentlich konfusen Segel-Profis erleben möchte, muss das Stück bis Jahresende gesehen haben, danach löst ihn "Lippi" Wolfgang Lippert ab - für wahre freaks ein Grund, noch einmal hin zu gehen.

Zum Ton (K. Siegert, T. Ladwig) wäre zu bemerken, dass die Möwenschreie sehr gut zu Köfers Fussbad in der "Adria" passen und die Microports auch ordentlich funktionieren. Die nur andeutungsweise angespielte Musik (Andreas Goldmann) allerdings erinnerte nur ganz entfernt an "Heisser Sommer" (DEFA 1967). Das hätte - etwas deutlicher angespielt - dem Stück noch mehr akustische Würze verpasst.

Ein Stern der bleibt
"Das weite Meer" auf einer fast leeren Bühne zu zeigen obliegt sonst zumeist der Gestaltungskraft eines Schauspielers. Die Ausstattung (Hannah Hamburger) hat es hinbekommen, mit Folie und darunter geblasener Luft einen sanften Wellengang zu zaubern, so schön kitschig, dass es schon wieder lustig ist. Der Comödienbesucher lernt hier: Das Auge sieht mit (grins).

Fotos  per Mausklick vergrössern!Fotos, wo nicht anders angegeben,
R. Heinrich. Alle Rechte vorbehalten.

Freitag, 29. Juni 2012

„Netz der Schande“-Äußerung: Schlag ins Gesicht der Opfer rassistischer Gewalt und ihrer Familien

Laut einem Bericht der Sächsischen Zeitung vom 25.6.2012 äußerte sich der Fraktionschef der CDU im Dresdner Stadtrat Georg Böhme-Korn zum Antrag der Grünen zur Umbenennung einer Straße in Guernica-Straße. Dem Pressebericht zufolge soll er gesagt haben, dass dies eine bewusste Strategie sei, um „Dresden mit einem Netz der Schande zu überziehen“. Laut Böhme-Korn habe dies mit dem Jorge-Gomondai-Platz begonnen und wäre mit Marwa El-Sherbini fortgesetzt worden. (Kulturbüro Sachsen e.V.)
Wir dokumentieren im folgenden die Stellungnahme von Dr. Herbert Lappe:

Offener Brief an Georg Böhme-Korn, Fraktionschef der CDU im Dresdner Stadtrat

Dr. Herbert Lappe
ehemaliges Mitglied des Vorstandes und der Repräsentanz der Jüdischen Gemeinde Dresden
Jüdischer Vorsitzender der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Dresden e. V.
Dr. Herbert Lappe /Foto: Jüdische Geschichte
 Sehr geehrter Herr Böhme-Korn,
Sie haben recht: Dresden ist von einem „Netz der Schande“ überzogen. Und dagegen sollte man etwas tun. Aber nicht, wie es viele Demokraten unserer Stadt wollen, nämlich die Erinnerung an die hier geschehenen oder von hier ausgegangenen Verbrechen wach zu halten – als immerwährende Mahnung wohin Rassenhass und übersteigerter Nationalismus führen. Also daran zu arbeiten, dass diese Schande der Vergangenheit angehört. Nein, der richtige Weg ist, die Erinnerungen an die schändlichen Verbrechen zu tilgen. An das Verbrechen an George Gommondai: Da genügte die einfache Rückbenennung des gleichnamigen Platzes. Für Sie bleiben aber noch zahlreiche weitere Aktivitäten im Stadtrat: Verhindern Sie, dass je eine Straße nach Marwa El-Sherbini oder Guernica benannt wird. Und setzen Sie sich dafür ein, dass die Synagoge wieder abgerissen wird. Sie dient nicht nur als Gotteshaus. Bei jeder Führung werden zahlreiche in- und ausländische Gäste auf die Zerstörung der alten Synagoge 1938 durch Dresdner hingewiesen. Zerstört auf dem gleichen geistigen Hintergrund, mit dem Guernica eingeäschert wurde. Und ebenfalls sollte auch die Gedenkstätte Münchener Platz endlich geschleift werden. Hingerichtete Antifaschisten? Auch eine Erinnerung an die Schande. Und dieser Logik nach auch gleich noch die Gedenkstätten Buchenwald und Auschwitz. Ich könnte Ihnen noch mehr Vorschläge unterbreiten. Aber das ist ja nicht nötig: Die geben Ihnen gern die Freunde von der NPD. Sie werden Ihnen mehr als mir vertrauen – haben Sie doch mit Ihnen gemeinsam im Dresdner Stadtrat grundsätzlich gegen die Erinnerung in Dresden an Guernica, aus den gleichen Motiven, gestimmt.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Herbert Lappe
Zuerst veröffentlicht unter Rumps Rundgesang 

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