Montag, 3. Mai 2010

Irritation um die Hochglanzpostkarte


Ratestunde eines Verdi-Mitglieds am 1. Mai in Dresden
Am Stand vom Verdi-Bezirkserwerbslosenausschuss Dresden-Oberelbe lagen hübsche Hochglanzpostkarten vom Aktionsbündnis Sozialticket Dresden aus. Viele steckten sie ein und es gab auch Leute die meinten, wenn sie da ihre Adresse draufschreiben, dann unterstützen sie das Sozialticket. Das dachten auch die Standbetreuer, bis die Frage aufkam, an wen man denn die Karte schickt wenn man seine Adresse draufgeschrieben hat. Um dies zu klären schickte man ausgerechnet mich auf Erkundungsgang mit dem Auftrag die LINKE oder die SPD zu befragen. 
Ich trabte also brav zu einem Stand der Linken, die mich an den Stand der LINKEN-Stadtratsfraktion verwiesen. Dort befragte ich die Genossin Gaitzsch (das sie mich mit Sie angesprochen hat war etwas gewöhnungsbedürftig) was nun mit der Karte zu tun sei. Sie guckte sie vorn und hinten an und meinte erst, man solle die in der Stadtratsfraktion der Linken oder in der WIR-AG abgeben. Dann meinte sie plötzlich sie hätte da was verwechselt, es sei doch was ganz anderes und die Karten müsste man ans Rathaus schicken. Ich zeigte ihr nur noch das sie dieselben Karten auch am Stand liegen hat und verabschiedete mich höflich. Dann lief mir Herr Lames über den Weg dem ich das Problem schilderte und der sich bereit erklärte mal mit den Sozialticket-Leuten zu reden was nun mit der Karte passieren soll.

Zu Hause führte mich mein erster Weg an den Rechner und ich tippte die Internetadresse von der Karte ein. www.sozialticket-dresden.de

Sonntag, 2. Mai 2010

1. Mai in Dresden

Ein Bericht von Kampf- und Feiertag 2010
von Anke Wendrich
Traditionell zum 1. Mai in Dresden findet seit einigen Jahre eine öffentliche  Gesprächsrunde mit den Vorsitzenden der Stadtratsfraktionen statt.

Neben dem Moderator Ralf Hron vom DGB standen drei Herren: Jens Hoffsommer (Grüne), Dr. Peter Lames (SPD) und Andre Schollbach (LINKE.).

Christa Müller (CDU) und Franz-Josef Fischer waren nicht gekommen. Was von den Herren natürlich heftig kritisiert wurde. Ich erinnere mich an die Runde aus dem letzten Jahr - da wurden Müller und der Vertreter der Bürgerfraktion heftig verbal "bearbeitet" ... Na und Holger Zastrow von der FDP ist offensichtlich eh nicht erwünscht (die AG Liberale Arbeitnehmer hatte aber ihren Stand).

Natürlich (leider!) war mir vorher klar, dass es populistisch zugehen würde. Doch spannend war für mich, welche Themen man anbringen würde, wer durch den Kakao gezogen. Ich picke einiges heraus:

Peter Lames (SPD) beschwerte sich, dass die Stadt zu wenig Geld für Schulsanierungen hätte, aber genügend Geld da sei, die DREWAG per üppigen Kredit zurückzukaufen. Hat die SPD das DREWAG-Vorhaben nicht deutlich unterstützt - warum muss man da jetzt das Eine gegen das Andere ausspielen?

An nächsten Donnerstag wird im Stadtrat das Thema Sozialticket behandelt. Während ich auf dem Schlossplatz vergeblich nach Infomaterial suchte - ich wurde auf die auf der Werbepostkarte stehende Internetadresse verwiesen - wetterte Schollbach gegen die unzuverlässige wankelmütige Bürgerfraktion. Denn die ist notwendig, um eine Stadtratsmehrheit so oder so zu bekommen.

Samstag, 24. April 2010

"Morgen war's schöner"

Eine Feier "für sich"
von Reinhard Heinrich 
Unter dem Titel "Morgen war's schöner" feierte am vergangenen Dienstag, dem 20. April in Kleinen Haus das legendäre Dresdner Kabarett "Die Herkuleskeule" ihren Intendanten Wolfgang Schaller (Bild rechts) - mit einer Premiere, die es in sich hatte. Die Feier galt dem 70.Geburtstag sowie dem 40. Berufsjubiläum des Intendanten und Hausautors. (Anklicken und das Buch kaufen!!!) 
Gekommen waren viele, die im Laufe der Jahre mit Schallers Hilfe (als Publikum) gelernt hatten, zu "lachen, wo es zum Heulen nit reicht". Und so ziemlich alle seine Schüler, Jünger, Nachfolger und vielleicht sogar (freundliche) Neider, die auf der Bühne dieses subversive Lachen bei anderen auslösten, wann immer es nötig und erfolgversprechend war.
Folgerichtig saßen im Publikum Olaf Böhme, Uwe Steimle, Wolfgang Stumph, um stellvertretend drei Namen zu nennen. Im übrigen war der Saal des Kleinen Hauses ausverkauft - nichts ging mehr.
Sieben Herkules-Keulenschwinger und die drei Musiker gaben alles, mehr ist zur Aufführung nicht zu sagen - außer vielleicht: Sie waren sich einig mit dem Autor/Intendanten wie mit dem Publikum, daß - frei nach Karl Valentin - die Zukunft früher auch besser war. Was also nicht neu ist. Neu war die Schärfe der Ansage, neu war die überzeugende Lebendigkeit mancher Nummer, die glatt von der Straße weg geholt schien. Tucholsky meinte, die Zeit schreie nach Satire - für Schaller ist sie es bereits. Rauf auf die Bühne damit, dazu ein paar helle Scheinwerfer - und das Überflüssige weggestrichen, der banale Rest   i s t   Satire. Und Schaller hat das Werkzeug, sie aus der Realität  herausfiltern. So einfach - wie Klavierspielen. Einfach im richtigen Augenblick die richtigen Tasten treffen.

Ich bekenne, mich bei der anschließenden Premierenfeier an Schallers echt sächsischem Hackepeter gütlich getan zu haben. Das wäre keiner Erwähnung wert, wenn der Bäcker nicht die Brötchen dazu in Form kleiner handlicher HERKULESKEULCHEN gebacken hätte. Sehr knusprig die vielen kleinen  Stachelspitzen - man konnte die Stiche auf der Zunge spüren. Schöne Erinnerung an Zeiten, da solche Spitzen noch Regierende als tief verletztend empfanden.* Es war unvergeßlich. Und da Schaller ja noch jung ist (wie man sehen konnte), bestelle ich schon heute eine Karte zur nächsten Premiere gleicher Art - in 10 Jahren. So ausverkauft, wie diese war ...
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* Der Satz ist absichtlich zwiefach verstehbar. 

Sonntag, 28. März 2010

Was soll und was kann eine Schlichtung erreichen?


Öffentlich kommunizierte Meinungsverschiedenheiten im Gefolge des 13. Februar 2010 in Dresden, speziell in Bezug auf die öffentliche Bewertung  des Anteils der einzelnen Gruppierungen an der Zurückdrängung von Nazi-Aktivitäten, waren für DIE LINKE ein Anlaß, ihre Schlichtungskommission tätig werden zu lassen. Hier der Bericht:

Was soll und was kann eine Schlichtung erreichen?
 von Dieter Gaitzsch
Mit dieser Frage beschäftige ich mich seit ich Mitglied der Schlichtungskommission bin, und das ist schon über 2 Jahre her.
Mit meinen Überlegungen bin ich heute zu der Auffassung gekommen, daß eine erfolgreiche Schlichtung mit den Beteiligten an einem Konflikt einen Weg erarbeitet, wie dieser für alle produktiv gemacht werden kann.

Bei den Schlichtungsgesprächen wurde auch immer wieder klar, daß die andere Seite die Schuldige an dem Konflikt ist. Das zu Beurteilen ist nicht Aufgabe einer Schlichtung. Für uns steht das Verhalten der Beteiligten im Mittelpunkt.
Es ist die erste und grundlegende Erkenntnis bei einer gegenseitigen Schuldzuweisung, es fehlt an Selbstkritik auf beiden Seiten.

Des weiteren wird versucht, der anderen Seite Fehler und Versäumnisse möglichst mit Öffentlichkeit nachzuweisen oder Fehler der anderen Seite in die Öffentlichkeit zu bringen. Ein Dialog wird als nicht sinnvoll angesehen. Es gibt keinen Versuch, das Verhalten der anderen Seite zu verstehen, es wird  stigmatisiert anstatt fair zu beurteilen.

Ein Resultat eines solchen Verhaltens ist das Verlassen der sachlichen Ebene und die Fortsetzung der Auseinandersetzung in die persönliche Ebene. Es kommt zur, teilweise auch bewußt herbeigeführten, Verletzung der Würde des Anderen. Dazu werden sachliche Vorgänge nur noch als Anlaß zur Herabwürdigung des Anderen verwendet.

Was kann getan werden, wenn die Situation sich so weit entwickelt hat?

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Irgendwoher muss das Geld ja schließlich kommen ;-)