Leser-Leitplanke:

Hier darunter sind übrigens auch noch ein paar interessante "Seiten dieser Medaille" angerichtet:

Sonntag, 29. Januar 2012

Das Baba-Jaga-Universum schlägt wieder zu.


Mit allen Hühnerbeinen fest im Leben - jedenfalls beinahe:

Wovor hat die Hexe Baba Jaga sich bisher immer gedrückt? Richtig, vor Wasser! Sieht man auf den ersten Blick. Und ausgerechnet im vierten Teil führt sie ein böser Mix aus Wetterunbilden (Klimawandel gar?) und Privatangelegenheiten ins Reich des Zaren Wasserwirbel.

Kampfkarpfen, Bulimiequalle und ein Haufen anderer schräge Fische und sonstiger Wassertiere werden ihr möglichstes tun, die Hexe in den Wahnsinn zu treiben.
Entwurf Zar Wasserwirbel

Doch Baba Jaga wäre nicht Baba Jaga, wenn sie nicht mit grinsender Hinterlist und raffinierter Senfgurkentaktik versuchen würde, ihre röchelnde Hakennase aus dem infernalischen Tief zu recken.

Eine Blubberschlabberschlammschlachtkomödie für Jung und Alt, die früher oder später Wellen schlagen wird ...
Quak, der Ministerfrosch


Ranhalten lohnt sich - trotz zweier Zusatzvorstellungen ist das Stück schon jetzt so gut wie ausverkauft.

Diese Hexe zieht die Dresdner irgendwie magisch an …

3. bis 26. Februar + 4. bis 7. April | Comödie Dresden
Karten ab 18 € unter 0351.866410 oder

Dienstag, 24. Januar 2012

Krankenhäuser - Eigenbetrieb oder GmbH?

Nun sollen die armen Dresdner entscheiden ...

Wer gegen "das Böse" ist, stimmt mit JA.
[Bundesrepublik]
Vorab eine polit-ökonomische Erklärung der Bundesärztekammer (BÄK) - wer hätte das einmal gedacht ...:
"Das deutsche Gesundheitswesen kann historisch als einer der letzten gesellschaftlichen Teilbereiche betrachtet werden, in den die Instrumente des Marktes und des Wettbewerbs vordringen und die gewachsenen Strukturen fundamental verändern."

Anklicken und lesen (ggf herunterladen) sollte das, wer eine kompetente Lageeinschätzung will. "Plakatwähler" brauchen nichts zu unternehmen. 


[Dresden]
Nachdem vom Online-Blätt'l niemand (wirklich niemand - und das ist keine Kritik!) auch nur versucht hat, hier in irgend einem Sinne zu argumentieren, wollen wir wenigstens informieren, wo es etwas Gescheites zu lesen gibt. Hier schon sehr lange verlinkt (unter "Mehr aus Dresden") befindet sich ein Blog namens Franks gesammeltes Halbwissen. Vor schnellem Urteil sei gewarnt! Dieses "Halbwissen" umfasst mehr als manch Anderem sein Ganzes. Dort findet sich auch der lesenswerte Artikel (Link zum Volltext =>) Dresdner Krankenhäuser und ein schwieriger Bürgerentscheid, aus dem wir hier nachfolgend zitieren:
Argumente? Wozu?
Im Dresdner Stadtmagazin SAX wird das Problem ganz gut auf den Punkt gebracht: „Nun sollen die armen Dresdner entscheiden, ob sie die städtischen Krankenhäuser lieber wieder in der Gewinnzone sähen oder sich eher mit den Mitarbeitern solidarisieren wollen, die letztlich auch die Bedingungen eines Krankenhausaufenthalts sichern. Kann man sie nicht etwas Leichteres fragen?“ (SAX 01/12, online nicht verfügbar)
 Die Gegner betonen, dass „der Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes weiterhin gelten“ soll und „die Mitarbeiter (…) außerdem eine Beschäftigungsgarantie“ erhalten. Aber kann man sich auf solche Aussagen verlassen? Sollen die Tarifverträge möglicherweise nur die nächsten drei, vier Jahre weiterhin gelten? Derartige Bedenken klingen nachvollziehbar. Andererseits stimmt es aber nicht, wenn LINKE und SPD behaupten: „Der Sinn der GmbH-Bildung bestände darin, den Krankenhäusern uneingeschränkte privatwirtschaftliche Handlungsfreiheit zu gewähren. Durch keine Zusage könnte heute die Unternehmenspolitik der künftigen Geschäftsführung vorherbestimmt werden, bindende Festlegungen wären rechtlich gar nicht möglich.“
Sprüche statt Logik?
Der neueste Beitrag "Nachtrag zum Bürgerentscheid Dresdner Krankenhäuser"
kommt nach vielen Abwägungen zu dem Schluss:
Kießlings Fazit ist letzlich: „Wir haben als Linke nun mal die Eigenschaft Widerstand zu leisten, also machen wir das eben auch hier“. Tut mir leid, Herr Kießling – das klingt nicht sehr nach durchdachter Politik. Mir kann niemand vorwerfen, ich hätte nicht halbwegs darüber nachgedacht, aber werde am Wochenende mit „Nein“ stimmen.
Wer beide Artikel gelesen hat, muss bestätigen, er hat nicht nur "halbwegs darüber nachgedacht" sondern ziemlich gründlich überlegt. Aber das ist natürlich freiwillig.

Zur Abstimmung darum noch ein kleiner Hinweis vom Begründer der analytischen Psychologie:
Denken ist schwer, darum urteilen die meisten. (C. G. Jung) 
Ob angesichts solcher Anstrengungen überhaupt genug Dresdner zur Abstimmung - oder "Urteilsfindung" - gehen werden, steht auf einem anderen Blatt. Bei ungenügender Beteiligung entscheidet dann der Stadtrat - womit die Opposition wieder einmal in ihrer komfortablen Märtyrerposition verbliebe. Und daraus lässt sich trefflich Munition für nächste Wahlkämpfe basteln. Ist doch auch etwas.

PS: Wer Google+ kann, findet ziemlich schnell heraus, was über Frank Nagel noch herauszufinden ist. Vielen Dank, Frank!

Freitag, 21. Oktober 2011

Heute Filmpremiere: Spielt süßer den Tod

Eine Produktion vom Rocktheater Dresden e.V.
Regie: Susanne Hörenz; Deutschland 2011

Wann: Freitag, 21. Oktober · 20:00 - 22:00
Wo: Kino Thalia - Görlitzer Straße 6
Dresden-Neustadt, Sachsen





Am Anfang war das erfolgreich aufgeführte Theaterstück "Spielt süßer den Tod...", einer vielschichtigen Collage aus Spiel, Musik und Video. Daraus ist eine Filmerzählung in Spielfilmlänge entstanden, die eine reine Aufführungsdokumentation weit hinter sich lässt. Sie verlässt den Raum des Theaters, wird gegenwärtig und vermag so auch die Mauer zwischen Film und Zuschauer zu überwinden.

Auf Grundlage des Gedichtes "Todesfuge" von Paul Celan wird sich dem Holocaust in einer Interpretation aus verschiedenen Sichtweisen angenähert. Ohne Klischees zu bedienen oder den Abend in Schwermut enden zu lassen, kommt dieses unbekömmliche Thema in Häppchen daher, nicht mundgerecht aber durchaus verdaubar. Kann man über den Holocaust spielen und erzählen? Man kann und man sollte.

In Anwesenheit der Darsteller und Regisseurin – anschließend Filmgespräch.

Eintritt: 5 Euro, ermäßigt 3 Euro

Dienstag, 4. Oktober 2011

Kathy Leen - einfach scheen ...

Noch einmal Freitag - im Italienischen Dörfchen
war Reinhard Heinrich 

Kathy Leeen /foto: facebook
Der Dresdner geht gerne noch einmal nachgucken, ob das auch wirklich wahr ist, was er gesehen hat. Und es ist wahr: Dass man am Freitagabend im Italienischen Dörfchen seine Zeit nicht vertrödelt sondern sinnvoll, mit höherer Bildung - und höherem Blödsinn - verbringt. Als zweite Aufführung am neuen Ort wurde die "Kulturperle" Kathy Leen mit ihrem Programm Odole mio präsentiert. Ihren richtigen Namen muss nur wissen, wer an der Musikhochschule den Unterrichtsraum von Frau Kathleen Göhler-Echterhoff (Gesang) sucht, aber darüber sind wir als Publikum hinweg. Wir können schon alles und Kathy Leen überzeugt sich und uns gern davon mit ihnen MMN = MitMachNummern.
Denn es ist ein klassisches Nummernprogramm und Kathy Leen ist ihr eigenes Nummerngirl. Sie hat auch ihren eigenen Music-Boy am Klavier dabei, Holger Miersch, mit verhaltenem Respekt "Herr Miersch" genannt. Vermutlich, damit er sich von den verbalen Schlägen erholt, die sie ihm verpasst, damit das Publikum nicht alles alleine abkriegt. Was ich nicht verstanden habe: Wozu braucht diese hervorragend ausgebildete Diplom-Sängerin in dem gut überschaubaren Saal eigentlich ein Mikrofon? Bei der Zugabe - im schönsten Operetten-Ungarisch - ging es ja schließlich auch.
Schlag auf Schlag trifft sie anwechselnd Herz und Zwerchfell des Publikums. Und das hat Methode. Ihr Programm ist durchdacht und anrührend, ein Stück Kabarettgeschichte. Man ahnt noch die leise Anwesenheit von Otto Reutter und hört natürlich Georg Kreisler heraus - weil er dabei ist.
Die bewährte - noch aus Zeiten des Absolutismus stammende - "Städtepartnerschaft" Dresden-Wien bedient Kathy Leen mit Cissy Kraners "Ich wünsch mir zum Geburtstag einen Vorderzahn" - still korrespondierend mit Odol und Chlorodont.
"Odole mio!" - das satirische Liederprogramm zu den sächsischen Erfindungen - ist nicht so schrecklich neu, aber ein gut erdachtes - und perfekt genutztes - Transportmittel für feinste sächsische Brett'l-Kultur - und durchaus würdig, hin und wieder in der sächsischen Residenz höchstselbst aufgeführt zu werden. Bildungsreisende nach Dresden sollten es keinesfalls versäumen.

Mittwoch, 28. September 2011

Gelungene Premiere: Comedy im Italienischen Dörfchen

Dresdner Comedy & Theater Club startet mit Matthias Machwerk
von Reinhard Heinrich 
Das vollbesetzte "Dörfchen" /Foto: Heike Jack
Nun hat es der Dresdner Comedy & Theaterclub geschafft: Ein (so gut wie) eigenes Theater am Theaterplatz. Zwischen Theaterkahn und Semperoper - und obendrein noch in "des Dresdners guter Stube".
Generationen von Dresdnern verbinden mit dem Italienischen Dörfchen Erinnerungen an Jugendweihen, Hochzeiten, kurzum "Gesellschaften" aller Art. Hier sitzt der Dresdner "zu Hause" (oder "dorheeme") - aber nicht in Filzlatschen. Das "Dörfchen ist etwas für Freitagabend, ein bisschen in Schale - aber immer noch bequem - und vor allem entspannt. Was der Architekt Erlwein 1912/13 für die Bürger entwarf - umgeben von lauter Hof-Architektur, und keineswegs unterwürfig sondern selbstbewusst - dient seit dem vorigen Freitag auch wieder der Unterhaltungskunst im besten Sinne. Dass gutes Essen und Trinken dazu gehören, freut natürlich den Wirt - und die Gäste. Heike Jack mit ihrer Agentur Kulturperlen bietet dort ein abwechslungsreiches Programm, das sich als "Geheimtipp" von der Neustadt über Barococo und Secundogenitur nun direkt da hin verfügt hat, wo tagsüber der Tourist verpflegt wird und abends der Dresdner genießt.

Matthias Machwerk /Foto: Heike Jack
Die Mischung machts. Nicht jeder muss immer mitbrüllen, wenn zur Premiere der Kabarettist Matthias Machwerk seine brüllend komischen Pointen ins Publikum schleudert. Dabei macht er seine letzte Drohung - ein Megaphon auf dem Beistelltisch - noch nicht einmal wahr. Er sticht und bohrt am Intellekt des Publikums -  auch durchaus erfolgreich, die Pointen sitzen eine wie die andere. Und völlig richtig trifft er glasklare Aussagen über Frau und Mann - sowie die beiden Gehirnhälften. Vielleicht sollte er sich aber noch eine zweite Bühnen-Hälfte zulegen. - oder auch nur ein alter ego für die Bühne. Da er keine Frau ist, kann er sich selbst nur schwer widersprechen - und zwei Stunden Programm ohne Widerspruch  sind eben mühsam.

Bianka Heuser. /Foto: Heike Jack, Agt. Kulturperlen

Erfreuliche Aufmunterung gleich zu Beginn: Auf die Bühne trat, fast wie ein wenig verlegen, Bianka Heuser und rezitierte ohne große Umschweife einfach mal den Hasen im Rausch von Segej Michalkov. Wer den nicht kennt ist selber schuld! Gelegenheiten zum Schließen solch unverzeihlicher Bildungslücken - oder auch nur einfach wieder daran erfreuen - bietet das Programm "Kaviar, Sex und Russisch Brot", woraus die Schauspielerin eine vergnügliche Kostprobe gab. Dass hier auch noch "Tschechow, Sostschenko u.a. Delikatessen" angekündigt werden, bestätigt nur die Erwartung eines zünftigen Freundschaftstreffens mit der russischen Kultur, die in Dresden spätestens seit Fürst Repnin-Wolkonski immer ein wenig zuhause war.

Mittwoch, 17. August 2011

Der Rektor, der sich wählen liess

Dr. phil. Lothar Bisky wird heute 70 und alle guten Wünsche sind bei ihm!
von Reinhard Heinrich
Der Jubilar selbst als Gratulant in Dresden  -
zum 60. von  Christine Ostrowski 2005
Es gehört sich einfach, dass man einem anständigen Menschen alles Gute wünscht. Und wir tun es zu diesem Jubiläum um so lieber, als Lothar Bisky sich auch zu uns immer wieder als Mensch, als anständiger sogar, verhalten hat. Das hätte er, wie so viele andere in Positionen wie Parteivorsitz, MdB, Dozent an der Akademie für Gesellschaftswissenschaften beim ZK der SED, hochrangiger Film-und Fernsehprofessor der DDR (Rektor),  bekanntlich nicht nötig gehabt. So viele verhalten sich "standesgemäss normal". Lothar Bisky verhielt sich - nein, nicht wie einer von uns - sondern immer etwas mutiger - und etwas freundlicher, menschlicher, als er es "nötig" gehabt hätte. Wir schulden ihm Dank!
Er ließ sich von seinen Studenten und Mitarbeitern wählen, als noch die zuständige Kaderkommission der SED über die Nomenklatur glaubte wachen zu müssen. Sein Selbstbewusstsein hatte er wohl schon als  Jugendlicher und mehrfacher DDR-Meister in der Kartoffelernte auf eigene Leistung statt auf  Titel, Geschäftsordnungen, Programme oder Statuten gestellt. Sein Weg führte nicht vom Kreissaal über den Hörsaal in den Plenarsaal. Das Umsiedlerkind aus Pommern musste sich durchbeissen.

Vorsicht Werbung:

Irgendwoher muss das Geld ja schließlich kommen ;-)